Häufige Fragen zu Gebärmutterhalskrebs

Fakten und Informationen über Diagnose, Symptome und Behandlung der Zervixdysplasie

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Was ist Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)?

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Gebärmutterhalskrebs (oder Zervixkarzinom) ist eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses. Der Gebärmutterhals (Zervix) ist der untere Teil des Uterus (Gebärmutter), der in die Vagina mündet.



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Wie häufig ist Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)?

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Der Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebsart bei Frauen – nur Brustkrebs ist noch häufiger. Jedes Jahr befällt diese bösartige Erkrankung nahezu 500.000 Frauen, wovon 275.000 daran sterben. In Deutschland liegt der Gebärmutterhalskrebs beispielsweise bei den jedes Jahr neu festgestellten Krebserkrankungen von Frauen an elfter Stelle. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet jedes Jahr etwa 6.200 neue Fälle und 1.800 Todesfälle.


Die schlechte Nachricht ist, dass immer noch zu viele Frauen Gebärmutterhalskrebs bekommen und daran sterben. Es wird geschätzt, dass weltweit eine von 123 Frauen Gebärmutterhalskrebs entwickelt, wenn bei der Vorsorge nur mit Pap-Tests untersucht wird. Dies kann sich jedoch zum Besseren ändern lassen. Die Prävention des Gebärmutterhalskrebses könnte verbessert werden, wenn zusätzlich zur normalen Pap-Untersuchung bei allen in Frage kommenden Frauen ein HPV-Test (falls sie 30 Jahre oder älter sind) und die neuen HPV-Impfstoffe (Alter 9-26 bzw. 15-25) verwendet werden würden.



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Wodurch wird Gebärmutterhalskrebs verursacht?

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Es konnte gezeigt werden, dass Hochrisiko-Typen des humanen Papillomvirus (HPV) die primäre Ursache von Gebärmutterhalskrebs sind.

Die meisten Frauen bekommen einen oder mehrere "Hochrisiko"-HPV (potenziell krebsauslösende Typen) zumindest ein Mal innerhalb ihres Lebens. Das körpereigene Immunsystem wehrt normalerweise die Infektion ab, und die meisten Frauen mit dem HPV leiden daher niemals an irgendwelchen Problemen.

Bei einigen Frauen geht die Infektion jedoch nicht zurück. Wenn das Virus über längere Zeiträume aktiv im Körper bleibt, beginnen sich Zervixzellen zu verändern, und das Risiko für Gebärmutterhalskrebs steigt an.



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Gibt es noch andere Ursachen für Gebärmutterhalskrebs?

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Hochrisiko-Typen des HPV-Virus sind die Ursache von Gebärmutterhalskrebs.

Andere Faktoren können jedoch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich eine HPV-Infektion zu Gebärmutterhalskrebs entwickelt:

  • Pränataler Kontakt des Ungeborenen mit dem Medikament Diethylstilbestrol (DES), das vielen Frauen zwischen 1938 und 1971 zur Vermeidung von Fehlgeburten verabreicht wurde.
  • Infektion mit Chlamydien oder Herpes simplex-Virus vom Typ 2 (beides unterschiedliche Arten von sexuell übertragenen Krankheiten).
  • Nach Berichten des International Journal of Cancer verdreifacht sich das persönliche Risiko, falls ein Verwandter ersten Grades (Mutter oder Schwester) mit einer Vorgeschichte von Gebärmutterhalskrebs vorhanden ist.
  • Erkrankungen, die das körpereigene Immunsystem schwächen, wie etwa HIV/AIDS.
  • Rauchen, das die Fähigkeit des Körpers zur Abwehr von Infektionen verringert. [Eine Studie konnte tatsächlich zeigen, dass bei Raucherinnen die Wahrscheinlichkeit, Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln, um 60 % und bei früheren Raucherinnen um 12 % höher ist.]
  • Niedrige Folsäure-Werte (ein B-Vitamin).

Einige Studiendaten legen auch nahe, dass lang andauernde Anwendung oraler empfängnisverhütender Mittel (über zehn oder mehr Jahre) das Risiko für einige Typen von Gebärmutterhalskrebs erhöhen kann.



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Was können Sie tun, um Gebärmutterhalskrebs zu verhindern?

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Der beste Weg, sich zu schützen, sind regelmäßige Untersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs mittels Pap-Test und – wenn Sie älter als 30 sind – dem HPV-Test. In Kombination eingesetzt geben diese Tests Auskunft darüber, ob Sie wahrscheinlich abnormale Zellen haben oder entwickeln, die krebsartig werden könnten, wenn sie nicht entfernt werden. Falls Ihr Pap-Test abnormal aussieht und die HPV-Untersuchung zeigt, dass Sie eine Infektion mit einem Hochrisiko-Typ des humanen Papillomvirus haben, kann Ihr Arzt eine zusätzliche Untersuchung, die sogenannte Scheidenspiegelung durchführen. Dadurch wird bestimmt, ob abnormale Zellen entfernt werden müssen.



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Wie lange dauert es, bis sich Gebärmutterhalskrebs entwickelt?

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Nachdem sich Zervixzellen anfangen zu verändern, dauert es typischerweise 10-15 Jahre, bevor sich ein invasiver Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Während sich die Zellen verändern, werden sie zuerst "präkanzerös" – ein Zustand, der auch als Dysplasie oder CIN bezeichnet wird, die Abkürzung für zervikale intraepitheliale Neoplasie.

Wenn sie frühzeitig erkannt wird, kann eine Dysplasie behandelt werden, bevor die Zellen krebsartig werden. Lesen Sie die Diskussion über Dysplasie auf der Website.



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Welche Symptome zeigt Gebärmutterhalskrebs?

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Es treten nicht immer Symptome auf, wenn sich Gebärmutterhalskrebs entwickelt.

Wenn sie jedoch auftreten, können dazu gehören:
  • ungewöhnlicher Scheidenausfluss oder Blutungen (besonders nach Geschlechtsverkehr).
  • Schmerzen im unteren Rückenbereich.
  • schmerzhaftes Urinieren (insbesondere bei gleichzeitigen Schmerzen im Unterbauch).
  • Schmerzen beim Sex.

Denken Sie daran: Diese Symptome können viele Gründe haben. Sie bedeuten nicht unbedingt, dass Sie Gebärmutterhalskrebs haben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eines dieser Symptome haben.



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Wie wird Gebärmutterhalskrebs festgestellt?

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Gebärmutterhalskrebs wird durch eine Reihe von Untersuchungen nachgewiesen, typischerweise zunächst mit einem Pap-Test und – wenn Sie über 30 sind – dem HPV-Test, gefolgt von einer Scheidenspiegelung und einer Biopsie. Bei einer Scheidenspiegelung wird ein beleuchtetes, vergrößerndes Instrument verwendet, um Ihren Gebärmutterhals zu untersuchen. Bei einer Biopsie wird eine Gewebeprobe für die Analyse in einem Labor entnommen.



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Wie wird Gebärmutterhalskrebs behandelt?

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Wenn Gebärmutterhalskrebs bei Ihnen festgestellt wird, bespricht Ihr Arzt die besten Behandlungsmöglichkeiten mit Ihnen.

Die Behandlungsoptionen hängen von den folgenden Faktoren ab:

  • dem Krebsstadium
  • der Tumorgröße
  • Ihrem Alter
  • Ihrem Kinderwunsch

Die Behandlung enthält typischerweise eine oder mehrere der folgenden Optionen:

  • Chirurgische Entfernung des Uterus (Hysterektomie). Bei jungen Frauen mit kleinen Tumoren kann jedoch ein minimal-invasiver chirurgischer Eingriff eine Option sein, bei dem die Fähigkeit, Kinder zu gebären, erhalten bleibt. Dieses Verfahren wird als "radikale vaginale Zervixresektion mit laparoskopischer Beckenlymphadenektomie" bezeichnet.
  • Bestrahlungstherapie, bei der hochenergetische Röntgenstrahlen oder andere Strahlungstypen verwendet werden, um die Krebszellen abzutöten. Strahlentherapie kann durch eine außerhalb des Körpers positionierte Maschine verabreicht werden, die den Krebs bombardiert, oder durch eine radioaktive Substanz, die in einen Draht, Katheter oder eine andere Vorrichtung eingeschlossen und dann im Körper innerhalb oder nahe der Krebsregion platziert wird.
  • Chemotherapie, die Medikamente anwendet, um das Wachstum der Krebszellen zu stoppen. Chemotherapie kann über den Mund eingenommen oder in eine Vene, einen Muskel, die Wirbelsäule, ein Organ oder eine Körperhöhle injiziert werden.

Bei Feststellung von Gebärmutterhalskrebs bei einer schwangeren Frau hängt die Behandlung vom Krebs- und Schwangerschaftsstadium ab. Bei Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium oder wenn der Krebs im letzten Schwangerschaftsdrittel festgestellt wird, kann die Behandlung bis nach der Entbindung verschoben werden.



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Wie groß sind die Heilungschancen bei Gebärmutterhalskrebs?

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Die Prognose (Heilungschance) hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • dem Krebsstadium (ob er Teile des Gebärmutterhalses oder den ganzen Gebärmutterhals befällt oder sich auf die Lymphknoten oder andere Körperregionen ausgeweitet hat)
  • der Tumorgröße