Häufige Fragen zum HPV-Impfstoff

Kurzinformationen: Der HPV-Impfstoff und seine Bedeutung für Sie

Es gibt gute Neuigkeiten! Ein Impfstoff zum Schutz gegen die zwei häufigsten krebserregenden HPV-Typen ist verfügbar! Der erste Impfstoff gegen das Humane Papillomvirus (HPV) heißt Gardasil und ein anderer Cervarix. Mit der Einführung dieser beiden Impfstoffe gegen HPV ist das Ziel, Gebärmutterhalskrebs zu beseitigen, in greifbare Nähe gerückt.

Der Impfstoff ist jedoch nicht für jeden geeignet, und regelmäßige Pap-Tests sowie (mit 30 Jahren und darüber) HPV-Tests sind auch für geimpfte Personen immer noch notwendig. Lesen Sie hier weitere Informationen.

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Wie funktioniert der Impfstoff und welchen Schutz bietet er?

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Gardasil und Cervarix schützen gegen die zwei HPV-Typen (16 und 18), die 70 % aller Gebärmutterhalskrebsarten verursachen. Außerdem bietet Gardasil Schutz gegen die zwei Typen (6 und 11), die die meisten Genitalwarzen verursachen. Es konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, dass die Impfstoffe gegen HPV-Infektionen wirken, die bereits aufgrund eines früheren Sexualkontakts vorhanden sind. Ihr Schutz ist daher unvollständig. Frauen müssen deshalb immer noch regelmäßig mittels eines Pap-Tests und (wenn sie 30 Jahre alt sind und älter) eines HPV-Tests untersucht werden.



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Wer sollte den HPV-Impfstoff erhalten?

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Der Impfstoff hat sich bei Frauen, die den Ziel-Virustypen bereits ausgesetzt waren (die also schon eine HPV-Infektion haben oder hatten), nicht als wirksam erwiesen. Es ist daher am besten, wenn eine Frau vor ihrem ersten Sexualkontakt geimpft wird.

Ein Hinweis zu den Männern: Auch Männer können HPV bekommen und das Virus auf Frauen übertragen. Die Verwendung des HPV-Impfstoffs für Jungen oder Männer wurde jedoch noch nicht zugelassen. Es gibt derzeit keine Daten, die zeigen, dass der Impfstoff sie vor dem Erwerb von Genitalwarzen oder der Entwicklung von HPV-bedingten Krebsarten (wie z. B. dem seltenen Peniskrebs) schützt oder die Übertragung des Virus auf Frauen verhindern kann.



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Wie lange hält die Schutzwirkung einer HPV-Impfung an?

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Bislang zeigen Studien, dass der von Gardasil angebotene Schutz mindestens fünf Jahre lang anhält. Es ist derzeit nicht bekannt, ob danach zusätzliche Auffrischungsimpfungen benötigt werden.



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Kann eine Person nach der Impfung immer noch Gebärmutterhalskrebs oder Genitalwarzen bekommen? Sind regelmäßige Pap-Abstriche und HPV-Tests nach der Impfung immer noch notwendig?

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Beide Fragen müssen mit einem klaren Ja beantwortet werden! Auch nach der Impfung benötigen Frauen regelmäßige Pap-Tests und (ab einem Alter von 30 Jahren oder darüber) den HPV-Test. Der Grund dafür:

  • Der Schutz durch den Impfstoff ist unvollständig. Es gibt etwa 15 Typen des HPV-Virus, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Gardasil und Cervarix wurden zum Schutz gegen zwei Virus-Typen entwickelt, die für 70 % aller Gebärmutterhalskrebsarten verantwortlich sind. Sie können Frauen jedoch nicht vollständig gegen die übrigen 30 % der Gebärmutterhalskrebsarten schützen, die von anderen Hochrisiko-HPV-Typen verursacht werden. 
  • Der Impfstoff kann nicht alle Personen schützen. HPV wird durch intimen (sexuellen) Hautkontakt übertragen. Um vollständig wirksam zu sein, empfehlen aktuelle Forschungsarbeiten daher, den Impfstoff zu verabreichen, bevor Mädchen sexuell aktiv werden. Mit anderen Worten liegt der ideale Zeitpunkt für die Impfung im Jugendalter.
  • Es gibt viele unbekannte Faktoren. So ist z. B. nicht bekannt, ob später im Leben Auffrischungsimpfungen notwendig sind, um den Fortbestand des Impfschutzes zu sichern.

Daher sind sowohl die Impfung als auch die Pap- und HPV-Untersuchung notwendige Hilfsmittel im Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs.