Häufige Fragen zur Fortpflanzungsmedizin

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Sollten Sie sich während einer Schwangerschaft auf HPV testen lassen?

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Eine Schwangerschaft erfordert keine Änderung des regelmäßigen Vorsorgeschemas für HPV- und Pap-Tests, das Ihr Arzt empfohlen hat. Wenn Ihr nächster Pap-Test und (wenn Sie 30 Jahre alt oder älter sind) HPV-Test fällig sind, nachdem Sie schwanger wurden, sollten Sie sich testen lassen. Andernfalls ist es nicht notwendig.



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Kann HPV auf ein Kind im Mutterleib übertragen werden?

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Es ist möglich, aber selten, dass eine Mutter das HPV-Virus während der Geburt auf ihr Kind überträgt. Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (Centers for Disease Control and Prevention, CDC) der USA schätzen, dass dies nicht häufiger als bei 1,1 Fällen je 100.000 Kinder vorkommt. In diesen extrem seltenen Fällen befindet sich die HPV-Infektion in den Atemwegen des Säuglings und kann zu warzenähnlichen Auswüchsen hauptsächlich am Kehlkopf führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend.



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Beeinträchtigt eine HPV-Infektion Ihre Fähigkeit, schwanger zu werden?

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Eine HPV-Infektion hat keinen Einfluss auf die Fähigkeit einer Frau, schwanger zu werden.



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Beeinträchtigen Genitalwarzen die Schwangerschaft oder Geburt?

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Es ist für die meisten schwangeren Frauen mit Genitalwarzen oder einer entsprechenden Anamnese unwahrscheinlich, dass HPV-bedingte Komplikationen während der Schwangerschaft oder Entbindung auftreten. Obwohl die Anzahl von Genitalwarzen während der Schwangerschaft durch Veränderungen im Immunsystem zunehmen kann, kann die Behandlung bis nach der Geburt verschoben werden, um zu sehen, ob die Genitalwarzen von selbst verschwinden.

Die meisten Kinder von Frauen, die Genitalwarzen haben oder hatten, erfahren keine HPV-bedingten Komplikationen. Das Virus wird nur sehr selten auf das Kind übertragen und verursacht dann warzenartige Geschwülste im Rachen des Neugeborenen. Normalerweise wird der Kaiserschnitt nicht als Methode empfohlen, dieses ungewöhnliche Auftreten zu vermeiden.



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Wenn Sie eine präkanzeröse Erkrankung (Zervixdysplasie) entwickeln, kann dies Ihre Fähigkeit, Kinder zu haben, beeinträchtigen?

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Weder die Dysplasie noch deren Behandlung beeinträchtigen Ihre Fähigkeit, schwanger zu werden. Bei Exzisionsverfahren der Dysplasie-Behandlung (bei denen die abnormalen Zellen entfernt werden) ergibt sich jedoch ein erhöhtes Risiko von Frühgeburten, Kaiserschnitt oder einem geringen Geburtsgewicht des Babys – insbesondere wenn ein großes Stück Zervixgewebe entfernt wird. Falls Sie künftig Kinder haben möchten, sollten Sie diese möglichen Komplikationen mit Ihrem Arzt besprechen.



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Bedeutet Gebärmutterhalskrebs immer, dass Sie nie wieder Kinder haben können?

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Invasiver Gebärmutterhalskrebs erfordert normalerweise das Entfernen der Gebärmutter. Bei jungen Frauen mit kleinen Tumoren kann jedoch ein minimal-invasiver chirurgischer Eingriff eine Option sein, bei dem die Fähigkeit, Kinder zu gebären, erhalten bleibt. Dieses Verfahren wird als "radikale vaginale Zervixresektion mit laparoskopischer Beckenlymphadenektomie" bezeichnet.



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Wie werden Sie behandelt, wenn eine Dysplasie oder Gebärmutterhalskrebs während einer Schwangerschaft festgestellt wird?

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Die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zur “Diagnostik und Therapie von Gebärmutterhalskrebs” besagen, dass bei der Diagnose von CIN 2 oder 3 (mäßige oder schwere Dysplasie) bei Schwangeren nur Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt werden sollten.

Bei einer Frau mit invasivem Gebärmutterhalskrebs hängt die Behandlung vom Krebs- und Schwangerschaftsstadium ab. Bei Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium oder wenn der Krebs im letzten Schwangerschaftsdrittel festgestellt wird, kann die Behandlung bis nach der Entbindung verschoben werden.