Häufige Fragen zum Thema HPV-Test und zum Pap-Test - Über 30

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Sie werden wahrscheinlich seit Jahren mit Pap-Tests untersucht. . . Aber wissen Sie auch, warum?

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Um einen Pap-Test durchzuführen, schabt Ihr Arzt eine kleine Zellprobe von Ihrem Gebärmutterhals ab und schickt sie an ein Labor. Ein Labortechniker untersucht die Zellen unter einem Mikroskop auf Anzeichen abnormaler Veränderungen. Der Pap-Test wurde 1943 von Dr. George Papanicolaou entwickelt. Dank der seither regelmäßigen Anwendung können viele Frauen, die eine Behandlung benötigen, frühzeitig identifiziert werden. Er hat jedoch Gebärmutterhalskrebs nicht beseitigt. In diesem Abschnitt erfahren Sie den Grund.



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Was sind die möglichen Ergebnisse eines Pap-Tests?

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Wenn Ihr Arzt Sie über die Ergebnisse Ihres Pap-Tests informiert, wird er Ihnen wahrscheinlich sagen, dass Ihr Pap-Test normal, abnormal oder "nicht eindeutig" (häufig als Pap IIW und in anderen Ländern als ASC-US Pap bezeichnet) war.


Pap-Test ErgebnisBedeutung
Normal Ihre Zervixzellen sehen gesund aus.
Abnormal (Pap III-V)* Es ist anscheinend zu Veränderungen in Ihren Zervixzellen gekommen, die weiter untersucht werden müssen.
Nicht eindeutig (in Deutschland offiziell als Pap IIW und in anderen Ländern als "ASC-US" bezeichnet, was für atypische schuppenartige Zellen unbestimmter Bedeutung steht) Ihre Zervixzellen sind nicht eindeutig normal, aber auch nicht klar abnormal.
*Beachten Sie, dass wenn das Labor die Befunde des Pap-Tests als abnormal angibt, eventuell die Begriffe verwendet werden, die die Bedenklichkeit der Ergebnisse erklären


Pap I:
  • normale Zellen, keine Abnormitäten gefunden

Pap II:

  • geringfügig entzündete Zellen, aber ohne schwerwiegende Abnormitäten

Pap IIW:

  • beinhaltet unzulängliche Pap-Abstriche, bei denen keine definitive Einstufung möglich ist
  • beinhaltet Pap-Abstriche, bei denen die Zellen nicht definitiv als abnormal oder normal eingestuft werden können.

Pap III:

  • stark entzündete oder degenerierte (abnormale) Zellen, die jedoch nicht als nicht-krebsartig oder krebsartig eingeordnet werden können.

Pap IIID:

Pap IVa

  • (Schwere) Dysplasie (CIN3); äußerst abnormale Zellen.

 
Pap IVb

  • Abnormale Zellen mit Bezug zu schwerer Dysplasie, Krebs kann nicht ausgeschlossen werden.

Pap V

  • Krebs

* Das Labor könnte auch die Einstufungen nach CIN ("cervical" / zervikale intraepitheliale Neoplasie) verwenden. Dies ist ein Begriff für abnormale Zervixzellen (Dysplasie). Sie werden als Vorstadium des Gebärmutterhalskrebs angesehen (Präkanzerose). CIN wird in folgende drei Gruppen eingeteilt: CIN1 = leichte Dysplasie, CIN2 = mittelschwere Dysplasie, CIN3 = schwere Dysplasie/Krebsfrühstadium.

 



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Wie genau ist der Pap-Test?

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Der Pap-Test kann viele behandlungsbedürftige Frauen identifizieren, besonders, wenn er regelmäßig durchgeführt wird. Der Pap-Test ist jedoch nicht absolut fehlerfrei. Eine im British Journal of Cancer (Br J Ca) veröffentlichte Studie ergab, dass mehr als 50 % der hochgradigen Zervixerkrankungen einen normalen Pap-Test zeigen. Sogar mit dem neueren, "flüssigkeitsbasierten" Pap-Test können abnormale Zellen übersehen werden. [Weitere Informationen über die Studie des Br J Ca finden Sie unter "Inclusion of HPV testing in routine cervical cancer screening for women above 29 years in Germany: (Aufnahme der HPV-Untersuchung in die Routinevorsorgeuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs bei Frauen über 29 in Deutschland:) results for 8466 patients," (Ergebnisse für 8466 Patienten) von Petry K.-U. et al.: British Journal of Cancer; Vol. 88, May 13, 2003; pgs. 1570-577.]

Daher kann es zu "falsch negativen" Ergebnissen bei einem Pap-Test kommen. Das heißt, dass Ihr Arzt Ihnen sagt, Ihr Pap-Test sei normal, obwohl tatsächlich abnormale Zellen vorhanden sind, die nicht entdeckt wurden und die Probleme verursachen können.

So kann z. B. ein falsch negativer Pap-Befund auftreten, wenn die untersuchte Probe nicht genügend Zervixzellen enthält. Abnormale Zellen können auch schwer zu sehen sein, wenn sie durch Schleim oder eine Entzündung des Gebärmutterhalses "versteckt" werden. Oder es können Anzeichen für abnormale Zellen vom Labortechniker beim Betrachten unter dem Mikroskop einfach übersehen werden.

Eine Studie im American Journal of the National Cancer Institute ergab, dass der Pap-Befund besonders beim Nachweis der abnormalen Zellen weniger genau ist, die mit einem in den letzten Jahren häufiger werdenden Typ des Gebärmutterhalskrebses einhergehen, der als "Adenokarzinom" bezeichnet wird. Die Autoren kamen zum Schluss, dass die routinemäßige HPV-Testung das Potenzial hat, das Auftreten dieses Krebstyps zu reduzieren.

[Mehr über diese Studie erfahren Sie unter "Worldwide Human Papillomavirus Etiology of Cervical Adenocarcinoma and Its Cofactors: Implications for Screening and Prevention," von Xavier Castellsague et al: Journal of the National Cancer Institute; Vol. 98, No. 5; March 1, 2006; pgs. 303-315.]

Pap-Tests können auch "falsch positiv" sein. Das heißt, einer Frau wird gesagt, dass ihre Zervixzellen abnormal aussehen, obwohl sie tatsächlich gesund sind. Dies kann Ängste auslösen und zu unnötigen Tests und Eingriffen führen.



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Was ist der HPV-Test?

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Der digene HPV Test, der die mit dem CE-Zeichen versehene und von QIAGEN selbst entwickelte Hybrid Capture® 2 (HC2) Technologie verwendet, wurde 1999 von der Food and Drug Administration (FDA) der USA für die Nachsorge-Beurteilung von Frauen zugelassen, deren Pap-Ergebnisse nicht eindeutig sind ("ASC-US", in Deutschland als Pap IIW  bezeichnet), und ermöglicht Ärzten die Feststellung, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Es wurde wiederholt gezeigt, dass mehr Frauen mit einem erhöhten Risiko identifiziert werden können, wenn der HPV-Test zusammen mit dem Pap-Test durchgeführt wird, als nur mit dem Pap-Abstrich alleine. Studien zeigen, dass die Kombination aus dem digene HPV Test und dem Pap-Test im Durchschnitt 95-100 % einer fortgeschrittenen Zervixerkrankung (CIN 2, CIN 3 oder Krebs) entdeckt.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt in ihren im Jahr 2008 veröffentlichten Leitlinien, dass Frauen ab 30 Jahren als Teil der Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs routinemäßig auch auf eine HPV-Infektion getestet werden sollen. Danach sollte der HPV-Test in Kombination mit dem bislang allein durch­geführten Abstrich (Pap-Test) eingesetzt werden.



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Wie wird der digene HPV Test durchgeführt? Sind zusätzliche Verfahren notwendig?

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Der digene HPV Test kann von jedem Labor durchgeführt werden, normalerweise mit der gleichen Probe von Zervixzellen, die für den Pap-Test entnommen wurde. Ihnen entstehen keinerlei zusätzlicher Zeitaufwand oder Unannehmlichkeiten.



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Wer sollte mit dem digene HPV Test untersucht werden?

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Alle Frauen über 30 Jahre können unabhängig vom Pap-Ergebnis davon profitieren, wenn der HPV-Test zusammen mit ihrem Pap-Test erfolgt.



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Müssen Sie Ihren Arzt um den HPV-Test bitten oder werden Sie automatisch getestet?

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Die meisten Ärzte ordnen routinemäßig einen HPV-Test für Frauen mit nicht eindeutigen Pap-Ergebnissen an. Dies gilt jedoch nicht für die Routine-Vorsorgeuntersuchungen von Frauen über 30 (das heißt, dann sollte der HPV-Test unabhängig von Ihrem Pap-Test durchgeführt werden). Es ist daher ratsam, vor Ihrem Termin (oder bei der Auswahl Ihres Arztes) anzurufen, um nach dem Test zu fragen und ggf. darum zu bitten. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren, warum Ihr Arzt den HPV-Test vielleicht noch nicht routinemäßig anbietet.



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Was sind die möglichen Ergebnisse des digene HPV Test?

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Der digene HPV Test sagt Ihnen, ob Sie einen oder mehrere Hochrisiko-HPV-Typen haben oder nicht.

Falls der Test zeigt, dass Sie Hochrisiko-HPV haben, ihr Pap-Befund jedoch normal ist, empfehlen Fachleute, dass Sie in einem Jahr erneut getestet werden, um zu bestimmen, ob die Infektion noch besteht (da nur länger andauernde Infektionen die Ausbildung abnormaler Zellen verursachen können). Wenn Sie jedoch Hochrisiko-HPV haben und Ihr Pap-Befund abnormal oder nicht eindeutig ist, wird empfohlen, unverzüglich eine zusätzliche Untersuchung vornehmen zu lassen (Scheidenspiegelung), um festzustellen, ob abnormale Zellen vorhanden sind, die entfernt werden müssen.

Wenn die Untersuchung andererseits zeigt, dass Sie kein Hochrisiko-HPV haben, ist Ihr Risiko, eine Zervixerkrankung zu haben, sehr gering – insbesondere, wenn Ihr Pap-Befund ebenfalls normal ist. Lesen Sie mehr zum Verständnis der möglichen HPV- und Pap-Testresultate.



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Kann der digene HPV Test sagen, welchen HPV-Typ Sie haben?

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Der digene HPV Test, der erste von der FDA zugelassene und mit dem CE-Zeichen ausgestattete HPV-Test, sagt Ihnen und Ihrem Arzt, ob Sie eine Infektion mit einem oder mehreren Hochrisiko-Typen des Virus haben. Der Test gibt keine Auskunft darüber, welchen dieser Typen Sie haben. Trotzdem unterscheiden sich die zusätzlichen Tests und anderen Nachsorgeuntersuchungen, die durchgeführt werden sollten, wenn Sie eine Form von Hochrisiko-HPV haben, nicht - unabhängig davon, welchen Stamm des HP-Virus Sie haben.

Hier einige Hintergrundinformationen: Es gibt etwa 15 Typen von Hochrisiko-HPV, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Von diesen werden 13 als die wichtigsten angesehen und sind durch die ihnen zugeordneten Nummern bekannt (in der Reihenfolge ihrer Entdeckung): 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 und 68. [Es gibt insgesamt mehr als 150 HPV-Typen.]

Es konnte gezeigt werden, dass zwei dieser 13 Typen von Hochrisiko-HPV – 16 und 18 – 70 % aller Gebärmutterhalskrebsarten verursachen. Daher entwickeln QIAGEN und andere Unternehmen zusätzliche Tests, die bestimmen können, welche spezifischen Typen von HPV vorhanden sind.



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Wie präzise ist der digene HPV Test?

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Obwohl kein Test perfekt ist, ist der digene HPV Test weniger fehleranfällig als der Pap-Test. Studien zeigen, dass die Kombination des digene HPV Tests mit dem Pap-Test 95-100 % einer fortgeschrittenen Zervixerkrankung (CIN 2, CIN 3 oder Krebs) entdeckt.



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Wie anerkannt ist der digene HPV Test für die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge?

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Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erkennt offiziell die Vorteile der HPV-Untersuchung für die Nachsorge-Beurteilung von Frauen im Alter von 20 oder darüber an, deren Pap-Befunde nicht eindeutig sind (Pap IIW). Außerdem wird der Test routinemäßig für die primäre Vorsorgeuntersuchung (zusammen mit dem Pap) für Frauen im Alter von 30 und darüber empfohlen. Die Nachsorge-HPV-Untersuchung für Frauen mit nicht eindeutigen Pap-Befunden wird von den meisten Ärzten durchgeführt, die eine gynäkologische Behandlung anbieten. 

Da es jedoch einige Zeit dauern kann, bis Ärzte ihre Methoden ändern, müssen Frauen im Alter von 30 und darüber ihre Ärzte häufig gezielt darum bitten, den HPV-Test zusätzlich zu ihrem Pap-Test und unabhängig von dessen Ergebnis anzuordnen.



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Warum sind beide Tests, HPV und Pap, notwendig? Warum testet man nicht nur auf eine HPV-Infektion?

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Der digene HPV Test und der Pap-Test suchen nach unterschiedlichen "Anhaltspunkten":

Beide Tests zusammen, der digene HPV Test und ein Pap-Test, bieten die optimale Sicherheit für Frauen mit 30 und darüber. (Das ist die Altersgruppe mit dem höchsten Risiko für Gebärmutterhalskrebs.) Wenn Sie keine HPV-Infektion haben und Ihr Pap-Befund normal ist, können Sie beruhigt annehmen, dass Sie keine abnormalen Zellen haben. Das bedeutet konkret, dass Sie keine Zellen haben,  die sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln könnten, ohne erkannt zu werden. Wenn bei Ihnen eine HPV-Infektion nachgewiesen wird und/oder der Pap-Befund abnormal ist, wissen Sie und Ihr Arzt jetzt, dass zusätzliche Verfahren notwendig sind, um zu bestimmen, ob Sie abnormale Zellen haben, die eine Behandlung erfordern.

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Pap-Test Anzeichen für abnormale Zellveränderungen Ein Labortechniker untersucht eine Probe mit Zervixzellen unter dem Mikroskop
digene HPV Test dem Virus, das die abnormalen Zellveränderungen verursacht, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können Eine Probe der Zervixzellen wird mittels eines Computersystems getestet