Wer mit dem HPV-Test untersucht werden sollte - Über 30

F

Wer sollte mit dem HPV-Test untersucht werden?

A

Junge Frauen über 20 sollten einen HPV-Test durchführen lassen, wenn ihr Pap-Ergebnis nicht eindeutig ist, um festzustellen, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind. Außerdem können Frauen ab 30 unabhängig vom Pap-Ergebnis von der zusätzlichen Sicherheit profitieren, die ein HPV-Test kombiniert mit ihrem Pap-Test vermittelt.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt für Frauen ab 30 Jahren die Routine-Vorsorgeuntersuchung mit einer Kombination von HPV- und Pap-Test.

Selbst wenn Sie sich in einer langjährigen Beziehung zu einem einzigen Partner befinden, ist es wichtig, dass Sie regelmäßig sowohl mit dem HPV- als auch Pap-Test untersucht werden. Der Grund hierfür ist, dass sich HPV in den Genitalzellen "verstecken" und dadurch über lange Zeit nicht nachgewiesen werden kann, nachdem Sie oder Ihr Partner erstmals Kontakt mit dem Virus hatten. Während das Virus "schläft", verursacht die Infektion keine Probleme und kann nicht auf andere Personen übertragen werden. Die HPV-Infektion kann sich jedoch später wieder reaktivieren. Deshalb ist eine regelmäßige erneute Testung erforderlich.



F

Warum sollten Frauen unter 30 nicht routinemäßig mit dem HPV-Test untersucht werden?

A

HPV-Infektionen sind bei jungen Frauen sehr häufig. In der Altersgruppe unter 30 bleiben HPV-Infektionen jedoch normalerweise nicht lange aktiv, da das Immunsystem sehr stark ist. Daher ist Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen relativ selten.

Wenn Frauen älter werden, werden HPV-Infektionen seltener, und die bestehenden sind eher vom langwierigen anhaltenden Typ. Dieser "persistierende Typ" führt mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Gebärmutterhalskrebs. Daher wird empfohlen, dass Frauen ab 30 routinemäßig auf Infektionen mit Hochrisiko-HPV-Typen untersucht werden.

Die Begründung für die Empfehlung einer HPV-Routineuntersuchung nur für ältere Frauen ist die gleiche wie bei der Mammographie. Obwohl auch jüngere Frauen Brustkrebs bekommen können, kommt dies nicht häufig genug vor, um eine Empfehlung regelmäßiger Mammographien für Frauen unter dem zulässigen Alter zu rechtfertigen.



F

Brauchen Frauen, die den HPV-Impfstoff bekommen, trotzdem noch den HPV-Test?

A

Ja. Der HPV-Impfstoff ist nur bei Frauen vollständig wirksam, die immunisiert wurden, bevor sie den entsprechenden HPV-Typen durch sexuellen Kontakt ausgesetzt waren. Außerdem schützt der Impfstoff nur vor zwei der ungefähr 15 HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Daher ist der Schutz nicht vollständig. Deshalb sind kontinuierliche Vorsorgeuntersuchungen sowohl mit dem Pap- als auch dem HPV-Test unverzichtbar.



F

Muss bei Frauen, deren Gebärmutterhals entfernt wurde, trotzdem noch der HPV-Test gemacht werden?

A

Wenn bei Ihnen eine vollständige Gebärmutterentfernung (einschließlich des Gebärmutterhalses) aus anderen Gründen als wegen Gebärmutterhalskrebs durchgeführt wurde, benötigen Sie keinen Pap- oder HPV-Test mehr. Wenn jedoch eine Gebärmutterentfernung aufgrund der Diagnose Gebärmutterhalskrebs vorgenommen wurde, empfehlen die meisten Fachleute, die Pap- und HPV-Tests fortzusetzen. Der Grund dafür ist, dass HPV auch die Vagina und Vulva infizieren und dort Krebs verursachen kann. (Es gibt einige Anhaltspunkte dafür, dass Frauen, die Gebärmutterhalskrebs hatten, ein höheres Risiko für diese Krebsarten haben.) Danach suchen Ärzte, wenn sie nach einer Gebärmutterentfernung weiterhin einen Pap-Abstrich anordnen. (Es ist kein echter Pap-Test im herkömmlichen Sinn, bei dem eine Probe von Zervixzellen untersucht wird, sondern vielmehr ein Abstrich der Vaginalwand. Dementsprechend halten Fachleute auch den HPV-Test aus den gleichen Gründen weiterhin für sinnvoll, da er ermöglicht, Hochrisiko-Typen des Virus in der "Vaginalmanschette", dem oberen Ende der Vagina, nachzuweisen.)



F

Bezahlen Krankenversicherungen den HPV-Test?

A

Ob eine Krankenversicherung die HPV-Untersuchung bezahlt, hängt von den örtlichen Richtlinien ab. Fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Versicherung nach den Bedingungen, unter denen eine Kostenübernahme für die HPV-Testung möglich ist.



F

Ist der HPV-Test nur für Frauen? Warum gibt es keinen Test für Männer?

A

Es gibt derzeit keinen offiziell zugelassenen HPV-Test für Männer. Auch Männer können sich mit HPV infizieren, der dann Genitalwarzen oder Krebs des Anus oder Penis verursachen kann. Schwerwiegende HPV-bedingte Probleme wie z. B. Krebs sind jedoch bei Männern selten, insbesondere wenn sie ein gesundes Immunsystem haben. Außerdem ist es schwierig, eine brauchbare Zellprobe von Männern für den HPV-Test zu entnehmen, sodass das Virus häufig übersehen werden würde.

 
Denken Sie daran, dass dies eine persönliche Entscheidung ist!


Dies sind allgemeine Informationen über Vorsorgeuntersuchungen. Jede Frau ist anders. Es wird empfohlen, Ihren Vorsorge-Zeitplan sowie die Vorteile und Risiken mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Obwohl Sie nicht jedes Jahr auf Gebärmutterhalskrebs untersucht werden müssen, wird empfohlen, trotzdem regelmäßig Ihren Arzt aufzusuchen, um eine Brust-, Becken- und andere wichtige Untersuchungen durchzuführen. Sprechen Sie mit ihm, wie oft und welche Tests sie machen sollten.