HPV-Impfstoffe und Screening

Die HPV-Impfstoffe namens Gardasil® und Cervarix® schützen gegen die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18. Die Impfung wird für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12–17 Jahren empfohlen.

Sowohl Impfung als auch fortlaufendes Screening – mit Pap-Test und HPV-Test – sind auch weiterhin entscheidende Hilfsmittel im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs.

Obwohl der Impfstoff bei früher Verabreichung im Leben eines jungen Mädchens das größte Potential besitzt, ein erstmaliges Auftreten vieler HPV-Infektionen zu verhindern, ändert dies nichts an der Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen – einschließlich HPV-Screening – in den folgenden Jahrzehnten. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass der Impfstoff trotz Prävention einer Hochrisiko-HPV-Infektion in der Zukunft eine Infektion nicht ausheilt, die heute bereits besteht. Doch mit der heute verfügbaren HPV-Screeningtechnologie können Ärzte, die einen HPV-DNA-Test verwenden, diejenigen Frauen identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs haben und sie entsprechend nachkontrollieren.

Die leistungsfähigsten Präventionsprogramme für jetzt und die Zukunft müssen sowohl primäre als auch sekundäre Prävention enthalten. Fachleute sind sich einig, dass Frauen selbst mit einer Impfung noch einen regelmäßigen Pap-Test und je nach Alter einen HPV-Test benötigen. Dies hat folgenden Grund:

  • Der von den Impfstoffen insgesamt gebotene Schutz ist unvollständig. Es gibt grob gesagt 15 bis 20 Typen des HPV-Virus, die nachweislich Gebärmutterhalskrebs verursachen. Die Impfstoffe wurden zum Schutz gegen zwei dieser krebsauslösenden Virustypen entwickelt, die für etwa 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Der Impfstoff schützt jedoch nicht die restlichen 30 Prozent von Frauen, bei denen ein von anderen „Hochrisiko“-HPV-Typen verursachter Gebärmutterhalskrebs entsteht.

  • Frauen sind nicht vollständig geschützt, wenn sie vor der Impfung mit Hochrisiko-HPV-Typen infiziert wurden.

  • Die Wirksamkeitsdauer des Impfstoffs ist derzeit nicht bekannt. Eine von mehreren wichtigen, unbeantworteten Fragen ist, ob eine Auffrischimpfung zu einem späteren Zeitpunkt im Leben notwendig ist, um anhaltenden Schutz zu gewährleisten.

  • Fachleute sind sich einig, das die Impfung von Mädchen die Gebärmutterhalskrebsraten für noch viele künftige Jahre nicht signifikant reduzieren wird, und die tatsächliche Zeitspanne bis dahin hängt von folgenden Faktoren ab:

    • Ausmaß der Impfstoff-Implementierung

    • Anzahl der Hochrisiko-HPV-Typen zusätzlich zu 16 und 18, gegen die künftige Impfstoffe Schutz bieten

    • Länge des Zeitraums, über den Impfstoffe Schutz bieten

    • Einhaltung der empfohlenen Vorsorgerichtlinien durch die Frauen

Deshalb sind sowohl Impfung als auch Screening entscheidende Hilfsmittel im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs, wobei die optimale Routine für jede Frau von Ihrem Arzt anhand ihres Alters und ihrer persönlichen Anamnese festgelegt wird. Wenngleich der HPV-Impfstoff für Frauen über 26 nicht zugelassen ist, können Sie Ihren Patientinnen ab 30 Jahren eine Möglichkeit zur Kenntnis ihres HPV-Status durch HPV-Tests anbieten.