40 Jahre gynäkologische Krebsfrüherkennung

Das denken die Gynäkologen darüber

Vor 40 Jahren wurde das Krebsfrüherkennungsprogramm in Deutschland initiiert – eine Erfolgsgeschichte. Nach der repräsentativen Umfrage bei Frauen (s. HPV Aktuell 7/ März 2011, S. 6) hatten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser um Ihre Meinung gebeten. Wir freuen uns sehr, dass sich 205 Gynäkologinnen und Gynäkologen die Zeit genommen haben, um unsere Fragen zu beantworten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Mehr als 2/3 der Teilnehmer an unserer Umfrage beurteilen das aktuelle Programm zur Krebsfrüherkennung zwar als recht gut, aber dennoch verbesserungswürdig. Jeder Zehnte stuft es als deutlich verbesserungswürdig ein. Lediglich 1/5 der befragten Ärzte empfinden das aktuelle Programm als uneingeschränkt gut. Auf die Frage, wo die Ansatzpunkte zur Verbesserung der Früherkennung liegen, nannten 2/3 der befragten Gynäkologen die Einführung des HPV-Tests zusätzlich zum Pap-Test als GKV-Leistung. Jeder zweite Befragte verspricht sich von der Zentralisierung des Einladungsverfahrens zur Krebsfrüherkennung eine verbesserte Akzeptanz bei den Patientinnen. Als sinnvoll wird auch eine verbesserte Dünnschichtzytologie zu Lasten der GKV erachtet.

Die Mehrheit der Ärzte bietet ihren Patientinnen ein über die GKV-finanzierten Krebsfrüherkennungsuntersuchungen hinaus gehendes umfassenderes Vorsorgeangebot an: Neben Ultraschall für Brust und Eierstöcke, verbesserte Dünnschichtzytologie sowie den HPV-Test bieten die Befragten eine Vielzahl weiterer IGeL in ihren Praxen an. Dies passt zu den Ergebnissen der Frauen-Umfrage, in der jede zweite Befragte angab, diese Extras zu nutzen – und zwar: Ultraschall der Eierstöcke (50%), Ultraschall der Brust (42%), Dünnschicht-Zytologie (22%) und den HPV-Test (15%) – Mehrfachnennungen waren möglich. Den Frauen, die IGeL wünschen, sind diese Leistungen auch etwas wert: 67% würden zwischen 50 und 100 Euro aus eigener Tasche bezahlen.